Espra - Entwurf eines neuen Netzes

Der Wunsch, die eigenen Daten unter Kontrolle zu behalten, rückt mit jedem Community-Skandal (aktuell: flickr, aber wir erinnern uns auch an StudiVZ) weiter ins öffentliche Bewusstsein. Ideal wäre ein P2P-Netzwerk, das die Daten lokal vorhält und Social Networking Tools nutzt, um zwischen den lokalen Points und Nodes Verbindungen und Vernetzungen herzustellen, wofür nicht mal ein PC benötigt wird, jedes Endgerät, das sich ins Internet einklinken kann, reicht, z. B. ein Mobiltelefon. Einen Vorstoß in diese Richtung unternimmt das Projekt "Espra", das in einem Artikel der taz kürzlich vorgestellt wurde. Das öffentliche Programmierprojekt 24 Weeks liefert Hintergründe im Wiki-Format (siehe auch Plexnet, das als "Internet-Betriebssystem" bezeichnet wird).

Geschrieben von Olivia Adler am 30. Juni 2007 in Webtech | Permalink | Kommentare (0) | TrackBack

Clipmarks: Social Bookmarking mit Clipping-Funktion

Auf den ersten Blick sieht clipmarks.com aus wie eine normale Social Bookmarking Website. Was den Unterschied ausmacht, ist, dass hier markante Textauszüge der verlinkten Website gespeichert werden, so dass Clipmarks etwas mehr Information pro verlinkte Website bietet als reine Bookmark- oder Linkdienste.

Da hierbei natürlich das Copyright zu beachten ist, hat Clipmarks eine eigene Seite zur Copyright Policy. Erste Bedenken kommen in der Blogosphäre auch schon auf. Grundsätzlich gilt für Clipmarks die gleiche Regel wie für jedes andere Zitat, z. B. in einem Blogeintrag: Das Zitieren einzelner, ausgewählter Passagen ist im allgemeinen unproblematisch, solange die korrekte Quelle angegeben wird, dabei sollten die Passagen aber möglichst kurz sein. Es ist gar nicht einfach, zu dem Thema verbürgte Anleitungen im Web zu finden, einen Anhaltspunkt kann ein Text der Uni Dresden zum Thema bieten. Bilder anderer Webseiten dürfen ohne Genehmigung grundsätzlich nicht verwendet werden, Screenshots (die klar als Screenshots erkennbar sind und Bilder nicht in Originalgröße zeigen) sind im allgemeinen unproblematisch.

Geschrieben von Olivia Adler am 29. Juni 2007 in Webtech | Permalink | Kommentare (0) | TrackBack

Yahoo! Image Search zieht private flickr-Bilder

Wie nicht anders zu erwarten war, wird flickr stärker in die Yahoo-Welt integriert, und dazu gehört auch, dass seit gestern die Yahoo! Image Search Bilder aus flickr zieht - mit Link auf die flickr-Quelle. Das wäre für sich genommen unproblematisch, weil durch die TOS abgedeckt. Dumm nur, dass dabei nicht nur öffentliche Bilder gezogen werden, sondern auch, wie ein frischer Thread im Hilfe-Forum zeigt, als "friends" und/oder "family" geflaggte Bilder, die nie als "public" gekennzeichnet waren und teilweise schon längst gelöscht sind (Ob das auch als "private" gekennzeichnete Bilder, die höchste Sicherheitsstufe, betrifft, geht aus dem Thread nicht hervor, hier wird der Begriff "privat" auf alles angewandt, was nicht als "public" gekennzeichnet ist). Zwar sieht man nur die Thumbnails, spätestens beim Klick auf den Bild-Link greift das flickr-Rechtesystem, aber das Thumbnail inklusive Bildquelle reicht ja schon und ist in dem Fall noch unangenehmer als die Verwechslungsgeschichte vom Februar ("Unfreiwilliger Porno in flickr"), bei der die Irrläufer-Bilder nicht namentlich zuzuordnen waren. Schuld an der aktuellen Panne ist mutmaßlich ein Serverfehler im Mai. Aktuell arbeitet das Technik-Team daran, den Fehler zu beheben.

Fazit daraus: wer braucht da überhaupt eine Jugendschutz-Sperre in flickr? Davon abgesehen, dass solche Pannen jede Filterlösung unterwandern, sollten solche Sicherheitslücken ohnehin jeden davon abhalten, irgendwas hochzuladen, was nicht im Zweifelsfall die ganze Welt incl. Oma und Chef sehen darf. Merke: im Internet ist gar nichts privat, dazu brauchen wir nicht mal Überwachungsmethoden, da reichen schon ganz einfache Datenbank- und Serverausfälle.

P.S.: In den Privacy-Einstellungen kann man als flickr-User "hide your photos from public searches" auswählen, wahlweise gilt das dann nur für API-Zugriffe von externen Sites (wozu in dem Fall auch Yahoo zählt) und/oder für die Bildsuche innerhalb flickr.com.

Geschrieben von Olivia Adler am 27. Juni 2007 in Webtech | Permalink | Kommentare (0) | TrackBack

Die heimliche Medienrevolution - neue Auflage und Gratis-PDF

Das Buch "Die heimliche Medienrevolution - Wie Weblogs, Wikis und freie Software die Welt verändern" von Erik Möller ist inzwischen in einer zweiten, aktualisierten und erweiterten Auflage erhältlich. Netterweise gibt es die erste Auflage als PDF unter zwei Lizenzen (CC und GNU Free Documentation) zum kostenlosen Download (alternativ auch als gezipptes DOC).

Geschrieben von Olivia Adler am 27. Juni 2007 in Webtech | Permalink | Kommentare (3) | TrackBack

Alternativen zu flickr

Don Dahlmann hat sich die Mühe gemacht, verschiedene Fotocommunities vorzustellen und kurz zu beleuchten. Das vorläufige Fazit leider: einen echten Ersatz für flickr, der all die Features bietet, die flickr-User gewöhnt sind, gibt es noch nicht (Programmierer! Eure Chance!). Unter den vorgestellten Services ist auch ipernity, auf diese aus Frankreich stammende Community bin ich auch durch eine flickr-Gruppe ("Quo vadis") gekommen. Das Look and Feel ist flickr-Usern sehr vertraut, was ich aber auf Anhieb vermisse, sind die RSS-Feeds (edit: sind da!). zwei drei Punkte ergeben sich als Fazit aus der ganzen flickr-Affäre, die sich auf jedes Web 2.0-Angebot anwenden lassen:

1. Verlasse dich nie auf eine 3rd party-Anwendung, sondern nur auf deinen eigenen Webspace mit deiner eigenen Anwendung, mit der du notfalls zu einem anderen Provider umziehen kannst, ohne Daten zu verlieren.

2. Bleibe immer flexibel, wenn es um Web 2.0-Anwendungen geht, mache dich nie von einer Anwendung abhängig, denn was heute noch nett war, kann sich jederzeit ändern. (Ex-Fotologger kennen das doch...)

3. Pass auf, dass die Rechte an deinen Bildern bei Dir bleiben und der Web-2.0-Dienst deiner Wahl nicht mit deinen Fotos macht, was er will. (Punkt 3 von Jacky via Kommentar, nachgetragen am 19.6. - danke!)

Eine grundsätzliche Anforderung im Web ist, flexibel und allzeit auf dem Sprung zu bleiben. Eine informelle Struktur, wie sie z. B. bei Bloggern vorliegt, die lose miteinander verbunden sind über austauschbare Tools, während die eigentliche Präsenz auf dem eigenen Webspace liegt (wo man sie besser kontrollieren kann), ist daher den Anforderungen des Internet weit besser angepasst - denn im Netz ändern sich die Dinge schneller als anderswo. Insofern sehe ich auch das Feature "Bildhosting für Blogs" bei Fotocommunities sehr kritisch - wenn der Service stirbt, verkrüppelt wird oder sich so verändert, dass ich ihn nicht mehr nutzen mag oder kann, habe ich automatisch auch in meinem Blog ein Contentproblem - und genau das passiert gerade vielen vergrätzten flickr-Usern, die ihre flickr-Bilder im Blog eingebunden haben.

P.S.: Zum Thema "Alternativen zu flickr" habe ich bereits Anfang Mai einen Beitrag bei akademie.de geschrieben und Alternativen vorgestellt.

Geschrieben von Olivia Adler am 18. Juni 2007 in Webtech | Permalink | Kommentare (4) | TrackBack

FlickrGettr: Sets, Fotos, Beschreibungen, Tags sichern

Tools wie flickrbackup sichern zwar die Fotos, aber nicht die Beschreibungen und Tags. FlickrGettr hingegen sichert ganze Sets, Beschreibungen und Tags - und die Fotos natürlich auch. Das einzige, was es nicht sichert, sind die Kommentare. Getestet habe ich es noch nicht, klingt aber gut. Da ich alles behalten will, gehe ich den mühsamen Weg: Seite in Firefox aufrufen, Strg+S drücken und abspeichern. Da erreicht man aber auch schnell eine gewisse Routine, und wenn nebenbei der Fernseher läuft, sind auch 1400 Bilder in mehreren Portionen irgendwann auf der Platte. Löschen werde ich meinen Account nicht (so wie es viele andere getan haben), aber ab Mitte Juli werde ich wohl wieder mit einem kostenfreien Account unterwegs sein und erst dann wieder bezahlen, wenn flickr/Yahoo mich nachdrücklich davon überzeugt, dass es sich lohnt. Um das Geld geht es dabei weniger - die 18 Euro, die der Jahresbeitrag momentan umgerechnet kostet, sind nicht die Welt, aber ums Prinzip. Und wer schon bezahlt hat: wie Jens Scholz sehr schön ausführt, müsste es da ein Sonderkündigungsrecht geben, wenn Yahoo sich schon unbedingt so 200%ig an deutsche Gesetze halten will. Denn hier wurde eine Leistung eingeschränkt und die AGB geändert, ohne den Kunden zu informieren. Der Kunde bekommt für sein Geld also nicht mehr das, was er bezahlt hat. Wer also bereits bezahlt hat und sich nun darüber ärgert: einfach versuchen, das Geld zurückzubekommen.

Geschrieben von Olivia Adler am 17. Juni 2007 in Webtech | Permalink | Kommentare (1) | TrackBack

Teleport Pro: Website Downloader

Nach der aktuellen Zensur-Debatte befasse ich mich mal wieder mit dem Thema "flickr-Backup" und erinnere mich, dass ich auch von meinen Fotolog-Projekten ein aktuelles lokales Backup bräuchte. Für flickr gibt es zwar Backup-Tools wie z. B. Flickr Backup, aber die sichern nur die Bilder, die ich ohnehin auf Platte habe. Ein Tool, das auch die Tags, Sets und Kommentare sichert, gibt es offenbar noch nicht - eine Alternative ist aber, die Daten mit einem Website-Downloader zu sichern. Dabei lande ich immer wieder bei Teleport Pro, das in der neuesten Version noch überzeugender ist als vor vier Jahren, nur leider in der kostenlosen Trial-Version nun auf 40 Starts und 500 Dateien beschränkt ist. Dafür ist das Tool aber so überzeugend (sehr schnell, gute Konfigurationsmöglichkeiten, viele Features), dass ich es heute für knapp 40 Dollar gekauft habe. Der Registrierkey steht allerdings noch aus, man kann nicht sofort loslegen mit der Arbeit. Der einzige Haken: wenn man wirklich offline ist, kann man die Seiten nicht laden, weil viele Elemente außerhalb des Userverzeichnisses dann nicht verfügbar sind - Alternative wäre, die Linktiefe auszudehnen, dabei muss man aber aufpassen, dass man nicht zu weit verzweigt und halb flickr herunterlädt...

Kennen Sie weitere gute Website-Downloader?

Geschrieben von Olivia Adler am 14. Juni 2007 in Webtech | Permalink | Kommentare (0) | TrackBack

Geklaute Fonts im Second-Life-Client?

Wie bei Erik Pöhler im Secondlifeblog nachzulesen ist, werden mit dem Second-Life-Client drei Schriftarten installiert, für die Linden Labs angeblich gar nicht die notwendigen Lizenzrechte zur Verteilung an Millionen von Clients erworben hat. Allerdings findet sich im Font-Ordner eine Readme.txt, in der steht, dass die Fonts lizensiert seien für die Verwendung innerhalb des Second-Life-Clients. Im Secondlifeblog hat es bisher noch kein Upate zu diesem Thema gegeben. Weiß jemand mehr? Neuere Infos zu dem Thema habe ich bisher noch nicht gefunden...

Geschrieben von Olivia Adler am 31. Mai 2007 in Webtech | Permalink | Kommentare (0) | TrackBack

LifeSensor: Elektronische Gesundheitsakte

Wieder ein neues Webangebot, wo ich im ersten Moment überlegen musste, ob das ernst gemeint oder doch eher eine Ente ist: Life Sensor. Auf diesem kostenpflichtigen Portal (Jahresgebühr derzeit 60 Euro) können Patienten ihre Krankengeschichte, Impfpass, Medikamente etc. eingeben und dann mit einem eigenen Berechtigungssystem selektiv Ärzten Zugriff auf die darin gespeicherten Daten geben. Siehe dazu auch Bericht bei GMX. Das hört sich erst einmal sehr praktisch an, aber wie immer bei solchen sehr persönlichen Daten beschleicht mich dennoch ein unangenehmes Gefühl - meine elektronische Gesundheitsakte könnte ich letztlich auch in einem kleinen Organizer mit mir führen und im persönlichen Gespräch mit dem Arzt bei Bedarf meine Informationen abrufen... und dann war da noch das Thema Patientenkarte mit Chip zur Datenspeicherung, umstritten genug - wie sehen Sie das?

Geschrieben von Olivia Adler am 26. Mai 2007 in Webtech | Permalink | Kommentare (2) | TrackBack

Wordpress-Tuning

Wordpress ist bereits im Auslieferungszustand eine feine Blogsoftware, aber erst mit den passenden Plugins kann man so richtig Gas geben. Monika Porrmann hat in ihrem Blog eine schöne Auflistung gemacht, wie sie ihr Projekt"Nach 100 Jahren" mit Plugins getunt hat, so dass der Inhalt optimal präsentiert wird. Dieser "Blick unter die Motorhaube" ist m. E. nützlicher als viele Plugin-Listen, weil man gleich am "lebenden Objekt" die Umsetzung und den Nutzen sieht.

Geschrieben von Olivia Adler am 24. Mai 2007 in Webtech | Permalink | Kommentare (0) | TrackBack