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Internet via Satellit auf dem Abstellgleis

Rund 56 000 Bundesbürger gelangen via Satellit ins Internet, so steht es im Jahresbericht 2006 der Bundesnetzagentur (PDF). Eigentlich nicht schlecht – ich hätte mit weitaus weniger gerechnet. Immerhin 1000, wohl vornehmlich Firmen, nutzen den Satelliten auch für den Rückkanal.

Doch schaut man sich die Zahlen aus dem Jahr zuvor an, stellt man schnell fest, dass 56 000 Kunden für das Satelliten-Internet kaum als Erfolg zu bezeichnen sind. Es wurden kaum neue Kunden hinzugewonnen, die Nutzerzahl stagniert – ist sogar leicht rückläufig. Ähnlich sieht es bei Powerline aus. Die Technik gilt als tot und ist es wohl auch: Gerade mal 9600 Kunden waren es 2005 und 100 weniger 2006.

Dabei boomen Breitband-Internetzugänge noch immer ordentlich, allein 2006 kamen vier Millionen hinzu – wovon aber nur DSL-Anbieter und Kabelnetzbetreiber profitierten. Vor allem letztere dürfen sich über eine mehr als verdoppelte Kundenzahl freuen. Denn mittlerweile surfen 490 000 Kunden via Kabelmodem. Dominierend bleibt hierzulande allerdings DSL, auf das knapp 14,2 Millionen der hiesigen 14,7 Millionen Breitbandanschlüsse entfallen.

Zwar konnte auch die Telekom neue DSL-Kunden gewinnen und betreibt nun mehr als 7 Millionen DSL-Anschlüsse. Doch Telekom-Reseller und Telekom-Wettbewerber mit eigenem Netz konnten weit stärker zulegen, so dass der Marktanteil des Rosa Riesen auf 50 Prozent schrumpfte. Bei den Telekom-Resellern sind mittlerweile 3,2 Millionen Anschlüsse geschaltet, bei den Wettbewerbern 3,9 Millionen.

Ebenfalls recht interessant: Über alle Breitbandanschlüsse lief im vergangenen Jahr ein Datenvolumen von 861 Millionen GByte – 32 Prozent mehr als im Vorjahr.

Doch es gibt auch immer noch genügend Analog- und ISDN-Surfer. Genaue Zahlen finden sich im Jahresbericht der Telekom zwar nicht. Doch geht man von den rund 38 Millionen Telefonanschlüssen aus und zieht die 14,7 Millionen Breitband-Anschlüsse ab, bleibt eine große Masse von Internet-Verweigerern, genügsamen Langsam-Surfern und einfach arme Schweine, die in der falschen Gegend wohnen und sich analog oder via ISDN durchs Internet quälen.

Geschrieben von Daniel Dubsky am 1. März 2007 in IT-News | Permalink

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