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Überraschungsbesuch vom Webmarketing-Guru

Einigermaßen überraschend bekam ich vorhin Besuch von Jim Sterne. Nun, ich hatte bisher noch nichts von ihm gehört, aber er scheint doch ein recht bekannter Webmarketing- und Website-Analyse-Guru zu sein, der auch schon einiges an Büchern geschrieben hat und Vorsitzender der Web Analytics Association ist. Er kam, um ein bisschen für das Emetrics Summit 2007 zu trommeln. Auf der Konferenz geht es Mitte April in Düsseldorf um für Website-Betreiber durchaus spannende Fragen, etwa welche Kennzahlen für den Erfolg von Internet-Projekten wichtig sind, wie man diese erhebt und – mit am wichtigsten – was man mit diesen Zahlen überhaupt anfängt.


In den meisten Firmen ist es ja durchaus so, dass ein schmuckes Tool angeschafft wird, das unzählige Statistiken zur Performance der Website und zum Besucherverhalten auf den Seiten erstellt. Doch diesen Zahlenwust auswerten und entsprechend reagieren tun die wenigsten. Als nette Faustregel erklärte Sterne: Für 10 Euro, die man in ein Analysetool steckt, müsse man 90 Euro in einen fähigen Analysten investieren. Der muss dann die wichtigen von den unwichtigen Daten trennen und durch kleinere Änderungen an der Website herausfinden, wie sich mehr Besucher auf die Website locken und zu einem längeren Aufenthalt bewegen lassen – und dann nach Möglichkeit auch noch was kaufen oder fleißig Anzeigen anklicken. Zu wissen, wie viele der Website-Besucher etwa aus München kommen, mag zwar interessant sein, ist aber für die meisten Seitenbetreiber schlicht unwichtig.


Firmen investieren allerdings lieber in ein Analysetool als in Mitarbeiter. Geht's mit der Website nicht bergauf, muss es am Tool liegen – ein neues muss her. Bei seinen Vorträgen in den USA hat Sterne die Erfahrung gemacht, dass die meisten Unternehmen mittlerweile schon beim dritten Tool angekommen sind; es wird fröhlich hin- und hergewechselt – die einen von Webtrends über Omniture zu WebSideStory und andere den umgekehrten Weg. Gebracht hat es in den seltensten Fällen etwas.


Dazu kommt: Ein durchdachtes Geschäftsmodell braucht man natürlich auch. Was nützt es, die Website mit der besten Software und cleveren Analysten auf Erfolg zu trimmen, wenn man aus diesem keinen Umsatz generiert. Bestes Beispiel hierfür ist YouTube, das bislang aus seiner Popularität keinen Profit schlagen kann. Bezahlte Downloads oder Werbung am Anfang der Videoclips hält Sterne beispielsweise für den falschen Weg – lieber würden sich die User nach einen kostenlosen, werbefreien Alternative umsehen. Also mal schauen, was YouTube-Besitzer Google sich einfallen lässt.

Geschrieben von Daniel Dubsky am 2. Februar 2007 in Red intern | Permalink

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Kommentare

Hasch mich, ich bin ein Zählpixel. ;-)

Kommentiert von: vgw | 02.02.2007 19:09:13

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