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GEMA vs YouTube: es geht los

Es war ja nur eine Frage der Zeit. Jeder Musiker weiß, dass bei der Aufführung von Werken anderer Musiker GEMA-Gebühren anfallen, denen man nur entgeht, wenn man aus einem Konzert eine karitative Veranstaltung macht. Warum sollte das bei Videoportalen wie YouTube anders sein? Monatelang haben wir auf den Knall gewartet, jetzt ist es soweit: wie das Handelsblatt und weitere Newsquellen berichten, hat sich die GEMA an den neuen YouTube-Eigentümer Google gewandt und diesen aufgefordert, bereits bekannte Videos mit nicht lizensierter Musik zu löschen. Jeder Urheberrechtsverstoß muss einzeln angemahnt werden - eine Menge Arbeit also, die die GEMA aber sicher nicht davon abhalten wird, ihre Interessen zu verfolgen. Das kennen wir alles schon, von Napster, Morpheus, Kazaa und Co. Um so mehr hat mich bisher schon die naive Auffassung vieler YouTube-Nutzer gewundert, die entweder gleich Original-Videos online stellen oder bekannte Musikstücke mit neuen Bildern unterlegen. Macht Spaß, ist aber genauso wenig erlaubt wie das unautorisierte Veröffentlichen von urheberrechtlich geschützten Fotos.

Sieht so aus, als würde das "bewegte Internet" die gleiche Entwicklung durchmachen, die es ab 1995 mit privaten Homepages, insbesondere Fanpages durchlief, wo zunächst ungehemmt alles mögliche Bildmaterial zusammengeklaubt und weiterveröffentlicht wurde, denn was im Netz ist, wurde als allgemein verfügbar angesehen, bis die ersten Abmahnungen und große Ernüchterung folgten. Spätestens wenn Geld ins Spiel kommt, ist Schluss mit der fröhlichen Spielwiese.

Ob eine private Shakira-Parodie allerdings wirklich verhindert, dass sich jemand die CD kauft, nur weil er die Musik in bescheidener Qualität über YouTube-Stream hören kann, ist dann noch die andere Frage. Wer schon mal versucht hat, ein weniger bekanntes Stück über eine der legalen Online-Kaufmöglichkeiten zu erwerben, weiß, wie schwierig das sein kann. Meine Liste von Songs, die ich gern hätte, aber leider nicht mehr bekomme, wird immer länger...

Sinnvoll wäre immer noch eine Kulturflatrate, die auch für den kleinen Geldbeutel weiterhin die kreative Auseinandersetzung mit bekannten Musikstücken und Videos ermöglicht, denn wenn die ganzen netten Parodien kostenpflichtig werden, wird das Internet wieder um ein Stück Unterhaltung und Leben ärmer.

Geschrieben von Olivia Adler am 8. November 2006 in IT-News | Permalink

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Kommentare

Offenbar haben alle nur arauf gewartet, dass hinter Youtube ein zahlungskräftiger Eigentümer steckt - so lange das zwei nette Jungs aus der Nachbarschaft betrieben haben, war finanziell nichts zu holen. Jetzt, wo Google Youtube gekauft hat, stürzt sich die ganze Musikindustrie drauf und merkt "ganz plötzlich", dass es da Urheberrechtsverletzungen gibt. Ein Schelm, wer da pure Geldgier dahinter vermutet.

Kommentiert von: Franz Neumeier | 08.11.2006 07:40:48

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