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Domainnapping (Oder: Wenn Provider pennen)

An sich ist ein Domain-Umzug keine große Sache mehr, er klappt meist recht shnell und unkompliziert. Bei mir klappte er dann vor kurzem allerdings schon deutlich zu unkompliziert, denn ich schaffte es, die Domain eines Freundes zu übernehmen - ohne dass dessen Provider (Terions) mit ihm in irgendeiner Form Rücksprache gehalten hätte, ob ich dazu überhaupt berechtigt bin, und ohne dass mein Provider (Host Europe) sich daran gestört hätte, dass ich weder Inhaber noch Admin-C der Domain bin.

Bei Terions schob man das unbürokratische Vorgehen auf einen Fehler im Bestellsystem, der mittlerweile behoben sei. Zudem würde die Denic bei einem unberechtigten Umzug, die Domain "in einem entsprechenden Verfahren wieder dem rechtmäßigen Eigentümer zurückübertragen". Wenig tröstlich, wenn die Webseite für einige Tage nicht unter der gewohnten Adresse zu erreichen ist, was unter Umständen auch weitreichendere Konsequenzen haben kann.

Seitens Host Europe war man sich keines Fehlers bewusst, die Domain müsse lediglich "vom Domaininhaber oder Admin-C beim vorherigen Provider freigegeben werden". Dass das im Zweifelsfall allerdings zu wenig ist, zeigte schon vor anderthalb Jahren ein 19-Jähriger, der sich ebay.de registrierte. Sein Provider verließ sich auf den eBay-Hoster, der reagierte nicht und die Adresse des Auktionshauses zog um.

Geschrieben von Daniel Dubsky am 10. Januar 2006 in Webtech | Permalink

Kommentare

als ich damals mal über sedo eine domain verkauft habe, waren die provider deutlich mehr auf zack: eigentlich hätte alles durch das sedo-formular und den vertrag klargehen sollen, aber faktisch hatten sowohl ich als auch der käufer jede menge schriftverkehr, weil wir insgesamt drei stellen schriftlich bestätigen mussten, dass es seine richtigkeit hat mit dem transfer. damals waren wir verärgert über den hohen aufwand, aber vor dem hintergrund wird klar, warum der papierkrieg nötig war.

Kommentiert von: limone | 10.01.2006 12:40:02

Ich habe gerade vor ein paar Tagen auch über Sedo eine Domain verkauft - ohne vorherige Freigabe der Domain (online und dann nochmal per Fax) bei meinem Provider (1&1) ging da gar nichts. Was mich trotzdem geärgert hat: Ich habe von 1&1 keinerlei Benachrichtigung bekommen, als die Domain tatsächlich übertragen wurde, geschweige denn eine Nachfrage, ob es sich bei dem KK-Antragssteller auch um den rechtmäßigen Käufer handelt. Denn die Freigabe konnte ich nicht für eine bestimmte Person erteilen, sondern nur allgemein. Wenn also jemand mitbekommen hätte, dass ich diese Domain gerade verkauft habe (er braucht ja nur beobachten, wann eine Domain aus dem Sedo-Angebot verschwindet), hätte er ohne Probleme dem rechtmäßigen Käufer zuvor kommen und sich die Domain einfach holen können. Und ich hätte es noch nicht einmal gleich gemerkt ...

Kommentiert von: Franz Neumeier | 11.01.2006 08:09:16

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