« Oktober 2005 | Start | Dezember 2005 »

Dummheit läßt sich nicht besiegen

So viel Dummheit ist doch kaum mehr zu begreifen: Da gibt's einen Videostream des chinesischen Staatsfernsehens CCTV-5 im Internet, über den man deutsche Bundesliga-Fußballspiele live schauen kann - im 320x240-Format, mit chinesischem Kommentar und der üblichen, unterirdisch schlechten Qualität eines Video-Streams im Web. Und dann fällt den deutschen Fußballverbänden und Vereinen nichts besseres ein, als daraus schon wieder ein Weltuntergangsszenario zu machen und "illegal" zu schreien.

Steht Pay-TV jetzt vor dem Abgrund? Können Spielergehälter wegen der Einnahmeausfälle nicht mehr bezahlt werden? Ich kann es einfach nicht glauben - wie dumm muss man denn sein, um wirklich zu glauben, dass jemand, der sonst ins Stadion gehen würde oder Premiere abonniert, allen ernstes einen chinesischen Videostream als Ersatz vorzieht?

Erst die Tatsache, dass Vereine und Verbäne die ganze Angelegenheit überhaupt ernst nehmen oder auch nur für kommentierungswürdig halten führt doch dazu, dass die Leute so richtig darauf aufmerksam werden. Wenn die Verbände sich aufregen, muss es ja irgewie interessant sein, oder?

Geschrieben von PCPro am 30. November 2005 in Weblife | Permalink | Kommentare (0)

Reiseschnäppchen - vor allem für die Anbieter

Irgendwie haben wir es ja schon immer geahnt: einige Reiseportale, Last-Minute-Websites & Co machen alles andere als uns auf Wunsch die besten Schnäppchen herauszusuchen. Naja, irgendwie natürlich schon, aber offenbar präsentieren sie die Ergebnisse der Suche dann doch nach eher eigenützigen Kriterien - nämlich danach, bei welchem Reiseanbieter sie die höchsten Provisionen bekommen.

Diese Erkenntnis basiert - so gerne ich das behaupten würde - nicht auf ausgiebigen Recherchen und Auswertungen der Reise-Suchsites. Vielmehr geben einige Anbieter das gerade öffentlich zu (Opodo, Expedia, Lastminute.de, Billigweg.de). TUI und Thomas Cook haben nämlich gerade die Provisionen gekürzt, was manchen Vermittlern verständlicherweise nicht paßt. Also rufen sie "Boykott" und listen TUI- und TC-Angebote gar nicht mehr oder nur noch im äußersten Notfall - nämlich wenn es zu der Suchanfrage des Kunden sonst keinerlei andere Angebote gibt.

Was lernen wir daraus? Vertraue selbst den billigsten Reise-Angeboten nicht blind sondern scrolle erst einmal bis ganz nach unten - dort steht nämlich vielleicht eine noch interessantere Reise, die dem Anbieter nur leider weniger Provision bringt.

Geschrieben von PCPro am 28. November 2005 in Weblife | Permalink | Kommentare (0)

Google bremst Websites aus

In letzter Zeit kommt es häufiger vor, dass Google-Services nicht erreichbar sind. Was schert's mich, werden Sie denken. Doch Vorsicht: Verwenden Sie Google-AdSense-Anzeigen auf Ihrer Website? Oder den neuen Statistik-Dienst Urchid? Oder greifen Applikationen auf Ihrer Site af eine Google-API zu? Wenn ja, dann haben Ihre Pages vielleicht ein nicht unerhebliches Performance-Problem - je nachdem, wie Ihre Seiten aufgebaut sind.

Auf einer meiner privaten Websites führen diese Google-Aussetzer dazu, dass ich nahezu offline bin! Ja, ich gebe es zu, mein Design basiert auf exzessiver Tabellenverschachtelung. Sowas macht man man nicht, ist mir schon klar. Aber die Site stammt noch aus der Zeit, als CSS nicht relevant war. Die Site ist gewachsen und gewachsen und der Aufwand, das alles auf CSS umzubauen erschien mir immer zu hoch. Jetzt werde ich es allerdings trotzdem tun. Denn wenn Google so weiter macht, und die Browser meine Tabellenschachteln halt erst dann darstellen, wenn der gesamte Content geladen ist (incl. der Google-Anzeigen), dann habe ich ein ganz ernstes Problem.

Also: Umstellen auf CSS und den <div>-Container mit den Google-Anzeigen als allerletztes laden. Dann sehen die User zumindest den Content der Seiten, nur die Anzeigenumsätze fallenhalt aus. Aber das ist leichter zu verschmerzen als ganz offline zu sein. Und ich kann nur jedem empfehlen, sein Website-Design unter diesem Gesichtspunkt nochmal ganz genau unter die Lupe zu nehmen. Trotzdem noch einen schönen Tag ;-)

Geschrieben von PCPro am 23. November 2005 | Permalink | Kommentare (1)

Pressemitteilungen nur gegen Bezahlung?

Das habe ich in meinem schon relativ langen Journaslistenleben noch nicht erlebt: Pressemitteilungen, für die man bezahlen soll, wenn man sie lesen will. So gefunden bei www.pressebox.de (siehe Screenshot).Pressebox

Wenn man die Webseite genau liest, keimt in noch seltsamerer Verdacht auf. Da steht nämlich, die Meldung sei vom Unternehmen noch nicht freigegeben und deshalb seien die 50 Cent Verwaltungsgebühr für die Freischaltung erforderlich. Soll das etwa heißen, dass ich als Journalist die Informationen früher bekomme, wenn ich dafür bezahle? Noch dazu offenbar ohne Einverständnis der Firma, über die die Pressemitteilung berichtet - sonst wäre die Meldung ja schon freigegben? Und warum sollte ich überhaupt bezahlen? Die wollen doch was von mir, und nicht umgekehrt ...

Je länger ich darüber nachdenke, desto mehr komme ich zu einem anderen Schluß: Diese Website hat einfach eine grauenhafte Usability und läßt den Anwender mit Rätseln, Seltsamkeiten und unlogischen Aussagen im Regen stehen. Oder gibt's wirklich genug Dumme, die einfach mal schnell 50 Cent bezahlen, nur um herauszufinden, was der ganze Blödsinn soll?

Geschrieben von PCPro am 23. November 2005 in Red intern | Permalink | Kommentare (1)

DoS-Attacken in UK legal

Ein Gerichtsurteil hat Serverbetreiber in Großbritannien aufschrecken lassen: Ein ehemaliger Angestellter einen Firma hatte mit Millionen von E-Mails den Mailserver des Ex-Arbeitgebers außer Gefecht gesetzt. Trotzdem wrde er freigesprochen. Begründung: Das entsprechende Gesetz gegen Computermißbrauch (Computer Misuse Act) decke DoS-Attacken nicht ab.

Bis das britische Parlamant jetzt das Gesetz ändern kann, dürften wohl die Zahl der Denial-of-Service-Attacken in Großbritannien erst einmal ansteigen. Wer dabei allerdings nicht genau aufpaßt, macht sich trotzdem strafbar. Denn die Benutzung beispielsweise von Bot-Netzwerken ist auch nach britischem Recht zweifelsfrei strafbar.

Geschrieben von PCPro am 8. November 2005 | Permalink | Kommentare (0)

Germany - known SPAMer country?

Amerikaner sind immer wieder für einen absurden Witz gut: Gestern wollte ich eine E-Mail an einen lokalen Fernsehsender in Evansville, Indiana, schicken: news@news25.us. Prompt kam die Mail zurück, angegebener Grund: "Permanent Error 550 ... Known SPAMer Country". Okay, dachte ich, passiert ab und zu mal, dass der Mailserver von 1&1 auf eine Blacklist gerät. Probiere ich es von meiner Dienstadresse @vnu.de. Selbe Fehlermeldung.

Die meinen das also Ernst damit, dass sie Deutschland für eine "known SPAMer Country" halten. Da ich per E-Mail nicht durchkomme, die Info zu diesem Thema also hier, liebe Kollegen vom Evansville-Lokalfernsehen: 26% der Spams kommen aus den USA (war vor ein paar Monaten sogar noch bei 36%), aus Deutschland kommt dagegen nur 1,3%.

Aber das ist wohl wie bei der Prädentenwahl: Was scheren einen Zahlen, wenn sie nicht in das eigene Wunschbild passen ;-))

Jetzt probier' ich allerdings nochmal was aus: Ich registriere mich mal bei Hotmail, einer der bekanntesten Spam-Schleudern, und schaue, ob News25 meine Mail dann annehmen, wenn sie von einem US-Mailserver kommt ...

Geschrieben von PCPro am 3. November 2005 | Permalink | Kommentare (1)